Erkenntnisse in der Mikronährstoffanalyse!

Foto: Copyright fotolia.com - FITTER INS LEBEN - Neue Erkenntnisse in der Mikronährstoffanalyse von Dr. Erbil Kurt

Foto: Copyright fotolia.com - FITTER INS LEBEN - Erkenntnisse in der Mikronährstoffanalyse

 

FITTER INS LEBEN – Erkenntnisse in der Mikronährstoffanalyse von Dr. Erbil Kurt

Mikronährstoffe sind im Gegensatz zu den Makronährstoffen (Fett, Kohlenhydrate und Proteine) Stoffe, die der Stoffwechsel mit der Nahrung aufnehmen muss, ohne dass sie Energie liefern. Was das für Euer Training heißt, lest Ihr hier…

Gerade Freizeitsportler achten oft nicht genug auf die richtige Ernährung. Mögliche Folgen können Leistungseinbußen durch frühzeitiges Ermüden, Konzentrations- und Koordinationsschwäche sowie Muskelkrämpfe und Verdauungsprobleme sein. Ziel der bedarfsgerechten Sportlerernährung ist es, diese Probleme so weit wie möglich zu ­minimieren, das Leistungsniveau zu erhöhen sowie eine allgemein bessere Befindlichkeit zu erreichen. Leistungssportler und auch Freizeitsportler supplementieren Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Bestimmte Mikronährstoffe bilden ein biochemisches Nadelöhr für die Verwertung zugeführter Kohlenhydrate, Proteine und Fette. Ähnlich wie die Einspritzdüse eines Brennstoffmotors, die den Grad der Energieverbrennung bestimmt, resorbiert auch der menschliche Körper zugeführte Makronährstoffe in Abhängigkeit zur Mikronährstoffversorgung.

Regelmässige körperliche Aktivität in Form von moderatem Ausdauersport (täglich 30 Minuten Radfahren, Schwimmen oder Laufen) erzeugt positiven Stress (Eustress) und stärkt das Immunsystem. Leistungssport und leistungsorientierter Breitensport ist nicht immer mit gesundheitlicher Förderung verbunden, insbesondere dann nicht, wenn die durch den gesteigerten Energieumsatz resultierenden Nährstoffdefizite nicht ausreichend kompensiert werden. Sportler verlieren durch den hohen Energieumsatz, die vermehrte Schweißsekretion und Ausscheidung über die Nieren zum Teil erhebliche Mengen an Elektrolyten (v.a. Natrium) und Spurenelementen. Bereits breitensportliche Belastungen mit einer Schweißproduktion von etwa einem Liter pro Stunde führen zu merklichen Verlusten an Kupfer, Zink und Eisen. Nach intensivem Training oder nach Wettkämpfen kann es auch Tage später zu einer vermehrten Ausscheidung kommen. Es mündet in einem Mikronährstoffengpass. Eine unzureichende Versorgung mit Mikronährstoffen äußert sich beim sportlich Aktiven in einer geringeren Leistungs- und Regenerationsfähigkeit sowie einer erhöhten Infektanfälligkeit.

Zusammenfassend: Ein Mikronährstoffengpass führt zu:

  • einem erhöhtem Verletzungsrisiko
  • Leistungseinbußen
  • verminderter Regenerationsfähigkeit
  • Schwächung des Immunsystems und erhöhte Infektanfälligkeit

Wodurch entsteht also dieser Mehrbedarf an Mikronährstoffen beim Sportler?

Bedingt durch den gesteigerten Energieumsatz und damit höherer Enzymaktivität benötigt der Körper einen höheren Anteil an Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Coenzyme etc.) Bei den Mineralstoffen ist insbesondere der Bedarf an Magnesium stark erhöht. Ein wichtiger Mechanismus der Temperaturkontrolle ist das Schwitzen, vor allem unter körperlicher Belastung. Im Extremfall können bis zu vier Liter Wasser bei intensiver sportlicher Betätigung verloren gehen. Nebst Wasser werden Elektrolyte, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Zink und Kupfer ausgeschieden.

Die für die Muskelaktivität benötigte Energie wird hauptsächlich aus dem aeroben Stoffwechsel gebildet (Oxidation). Dabei kommt es zu einer erhöhten Bildung freier Sauerstoffradikale, was allgemein als „oxidativer Stress“ bezeichnet wird. Diese entstandenen freien Radikale greifen Strukturen der Zellen an. Die Mitochondrien stellen die Energie für die Muskelaktivitäten bereit. Je höher der Energieumsatz im Sport ist, desto mehr freie Radikale werden gebildet und die Mitochondrien angegriffen. Bei ungenügender Mikronährstoffversorgung, insbesondere der Antioxidantien Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin und Spurenelemente, nehmen mit der Zeit die Leistungs- und Regenerationsfähigkeit ab.


Die Stärkung des Immunsystems im Sport

Durch moderaten Sport kann das Immunsystem deutlich gestärkt werden. Eine Schwächung des Immunsystems beobachtet man dagegen nach intensivem Training. Es entsteht eine Lücke in der Immunabwehr, die bis zu 3 Tage anhalten kann. In dieser Zeit besteht eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Infekten. Eine kontinuierliche Versorgung mit Mikronährstoffen (hauptsächlich Vitamin E und C, den Spurenelementen Zink und Selen) und einer Verringerung der Katecholamin-Ausschüttung (durch Magnesium-Abgabe, geeignete Kohlenhydrate-Zufuhr, Beachten der Trainingsintensität) kann hier zu einer Unterstützung der Immunfunktionen beitragen.

Foto: Copyright fotolia.com - FITTER INS LEBEN - Neue Erkenntnisse in der Mikronährstoffanalyse von Dr. Erbil Kurt

Foto: Copyright fotolia.com - FITTER INS LEBEN - Erkenntnisse in der Mikronährstoffanalyse von Dr. Erbil Kurt

Mikronährstoffe im Leistungssport Fußball – Aktuelle Studie

In einer aktuellen Studie des Mikronährstoffspezialisten Dr. Uwe Gröber, Leiter der Akademie für Mikronährstoffmedizin in Essen, zeigt er in der Zeitschrift medicalsports network* anhand einer mehrstufigen Analyse des Fußball-Bundesliga-Profi-Teams des Hamburger Sport Vereins auf, dass eklatante Defizite bei den Profis in der Saisonvorbereitung festgstellt wurden, vor allem eine Unterversorgung in den Zellen (rote Blutkörperchen). Die erste Kontrolluntersuchung nach drei Monaten ergab, dass die individuell verordneten Mikronährstoffe, mit Ausnahme von Natrium, eine teilweise Verbesserung des Mikronährstoffstatus erbrachten… Selbst nach sechs Monaten waren einige Spieler an einigen Mikronährstoffen immer noch unterversorgt, was einen Mehrbedarf unter der starken körperlichen und psychischen Belastung im Leistungssport aufzeigt. “Wer also heute noch als Sportler an Apfelsaftschorle und vollwertige Brötchen mit Banane glaubt, der muss sich nicht wundern, wenn er den sportlichen Erfolg immer hinterher läuft”, so schließt Dr. Gröber seinen aktuellen Bericht.

* medicalsports network, 06/12, S. 40-45